Am 15. Juni diskutierten der Nahostexperte Arnold Hottinger und der Stratege Albert A. Stahel über die verzwickte Situation im Nahen Osten. Ein kleiner Rückblick.


«Der Islamische Staat hat einen Vater, der heisst USA», sagte Nahostexperte Arnold Hottinger am Journalistengespräch des ZPV am 15. Juni im Zentrum Karl der Grosse in Zürich. Die USA hätten im Irak einen Hohlraum geschaffen, in dem der IS entstehen konnte.
Der 2003 im Irak eingesetzte Verwalter Paul Bremer («ein Vollidiot») habe Partei und Armee aufgelöst und eine halbe Million Soldaten auf die Strasse gestellt. «Der Widerstand gegen Amerika musste notwendigerweise ausbrechen», sagte der 89-jährige Hottinger im spannenden Gespräch mit 15 Journalisten. Strategieexperte Albert A. Stahel betonte, dass der IS nicht einfach eine von Fanatikern geführte Terrormiliz sei, sondern eine Organisation «mit einer durchdachten Kriegsstrategie». Damit die beiden Staaten Syrien und Irak nicht zerfallen und die Region in einem «Chaos à la Libyen» versinken, müssten alle geopolitischen Mitspieler sich dringend für eine Lösung über die Einzelinteressen hinaus an einen Tisch setzen. Dem Problem sei nicht beizukommen, indem man einfach die führenden Köpfe aus der Luft eliminiere, zeigte sich auch Hottinger überzeugt.

Albert A. Stahel
Albert A. Stahel
Arnold Hottinger
Arnold Hottinger

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